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AefU Schweiz - Smartphonenutzung, insbesondere durch Kinder und Jugendliche: Parlament droht den Gesundheitsschutz zu vernachlässigen

Medienmitteilung

Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) , 11. April 2016

Parlament droht den Gesundheitsschutz zu vernachlässigen

Ohne grosse Beachtung durch die Öffentlichkeit wird im Moment in parlamentarischen
Kommissionen und mit entsprechender Lobby-Arbeit versucht, die Grenzwerte für
Mobilfunkanlagen in der Schweiz zu erhöhen. Dem gegenüber wachsen die Bedenken, dass
unlimitierte Mobilfunknutzung insbesondere für Kinder und Jugendliche eine Gefahr für die
Gesundheit und für ihr Wohlbefinden darstellen, wie die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz
(AefU) dokumentieren. Sie fordern u.a. einen Verzicht auf die Grenzwerterhöhungen.


Ein vom Bundesrat eingesetztes Expertenteam stellte in einem Bericht vom Juni 2014 fest, dass bei
der alltäglichen Smartphone-Nutzung die Hirnströme beeinflusst werden. Zudem bestehen Hinweise
für eine Beeinflussung der Gehirndurchblutung, eine Reduktion der Spermienqualität und für eine
Destabilisierung der Erbinformationen. Des weitern zeigen Studien Auswirkungen auf die
Genexpression, den programmierten Zelltod und den oxidativen Zellstress. Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft hochfrequente elektromagnetische Strahlung, wie sie der
Mobilfunk nutzt, seit 2011 als möglicherweise krebserregend (Klasse 2b) ein.

Ungeborene, Säuglinge, Kinder und Jugendliche besonders gefährdet
Insbesondere über die Wirkung der Langzeitnutzung mobiler Funktechnologie sind viele Fragen offen.
Dabei sind Ungeborene, Säuglinge, Kinder und Jugendliche besonders sensibel gegenüber
Umwelteinflüssen, weil ihr Körper und insbesondere ihr Gehirn noch in Entwicklung begriffen sind. Die
ersten Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Veränderung der Lebensgewohnheiten und den
dadurch hervorgerufenen negativen gesundheitlichen Effekten sind besorgniserregend.

Mit dem Smartphone ins Bett
Kinder und Jugendliche nutzen die Mobiltechnologie immer stärker, insbesondere mit Smartphones.
Oft stellen sie die Geräte nachts nicht ab, nehmen sie mit inís Bett und verschicken bzw. empfangen
auch Nachrichten in der Nacht. Als Folge treten vermehrt Kopfschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfbarkeit
und vermindertes Wohlbefinden auf. Je mehr sich Jugendliche mit Mobilfunk belasten, umso
schlechter funktioniert ihr Kurzzeitgedächtnis. Eine Basler Studie zeigt, dass abendliche
Elektroniknutzung mit kürzerer Schlafdauer, vermehrten Schlafstörungen und depressiven
Symptomen verbunden ist. Eine breit angelegte, internationale Bevölkerungsstudie zeigt Hinweise auf
einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Handynutzung.

Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) Postfach 620 4019 Basel 061 322 49 49
info@aefu.ch
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